Die Fragestellung ist natürlich unsinnig – die Wege gehören der Gemeinde Oststeinbek. Aber gefühlt gibt es hier sehr unterschiedliche Einschätzungen: SpaziergängerInnen, Radfahrende oder Menschen mit Hunden gehen davon aus, hier ohne Belästigung durch Autos die Ruhe zwischen den Feldern und Knicks genießen zu können und ihre Kinder gefahrlos spielen zu lassen. Andererseits gibt es auch Anwohnende in der Feldmark, die mit dem Auto nach Hause fahren wollen, ohne bei jeder Begegnung auf Schritttempo abbremsen zu müssen. Und für die Landwirtschaft sind die Feldwege ihre Arbeitswege, um ihre Flächen bearbeiten zu können – und jede Begegnung mit anderen zwingt sie, langsam zu fahren, was Zeit und Geld kostet; insbesondere jetzt während der Erntezeit herrscht oft großer Zeitdruck, um vor dem Regen oder vor der Nacht noch schnell eine Wagenladung einzubringen. Diese widersprüchlichen Vorstellungen, „wem die Feldwege gehören“, führen immer wieder zu Konflikten und brandgefährlichen Situationen: In den letzten Wochen ist es mehrfach zu Beinahe-Unfällen gekommen, die genauso gut mit Schwerverletzten hätten enden können. Deshalb unsere Aufforderung an SpaziergängerInnen, Landwirte und AnwohnerInnen: Alle diese Ansprüche sind berechtigt, auch wenn sie sich gegenseitig einschränken!
Das heißt: Wer mit dem Auto oder einem schweren landwirtschaftlichen Fahrzeug fährt, muss sich auf spielende Kinder hinter der nächsten Kurve einstellen und entsprechend langsam fahren. Und wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, kann ruhig mal bei Seite treten, wenn ein Traktor oder ein Auto entgegenkommt.
Wenn wir das nicht hinkriegen, haben wir ständig Konflikte miteinander. Und absehbar den ersten schweren Unfall mit Personenschaden. Das sollte doch zu vermeiden sein, oder?

